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Die 5 besten natürlichen Antibiotika bei Entzündungen

Bei Entzündungen handelt es sich um eine Abwehrreaktion des Körpers auf Krankheitserreger - teilweise können sie jedoch sehr gefährlich und auch schmerzhaft sein. Viele Menschen greifen daher nach Antibiotika, was beispielsweise bei einer schweren Lungenentzündung durchaus Sinn macht. Häufig allerdings wird mit der Einnahme der Substanzen allzu leichtfertig begonnen und über die Langzeitwirkung nicht nachgedacht. Denn: Auch "gute" Bakterien werden abgetötet, außerdem gibt es mittlerweile Bakterien, die Resistenzen gegen jegliche Formen von Antibiotika entwickelt haben. 

 

Doch es gibt Hoffnung bei Entzündungen aus der Ethnomedizin: In vielen Pflanzen steckt ein außerordentlich hohes antioxidatives Potenzial, das heißt, dass sie entzündungshemmende Eigenschaften besitzen. Dazu gehören sogar heimische Früchte, Beeren, Kräuter und Gemüse.

 

Fünf besonders wirksame möchten wir hier vorstellen. 

1. Heidelbeere hemmt Entzündungen

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Die Heidelbeere, auch Blaubeere, Bickbeere oder Moosbeere genannt, ist ein echter Alleskönner. Sie wächst bei uns, ist richtig lecker und mit ca. 20 mg pro 100 g reich an Vitamin C. Viel interessanter sind jedoch die enthaltenen Gerbstoffe und Anthocyanidine, die über eine entzündungshemmende Wirkung verfügen: Die Gerbstoffe wirken keimtötend und adstringierend (zusammenziehend), während Anthocyanidine (wasserlösliche Pflanzenfarbstoffe) entzündungshemmende Eigenschaften besitzen. Studien haben gezeigt, dass sich der Verzehr von Heidelbeeren unter anderem bei folgenden Entzündungen positiv auswirken kann: 

  • Zahnfleischentzündungen
  • Entzündungen des Magen-Darmtrakts
  • Bindehautentzündungen

 

2. Ingwer als Entzündungshemmer bei Gelenkschmerzen

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Als wirksamer Entzündungshemmer gilt auch Ingwer. Die Wurzel, die insbesondere in der Traditionellen chinesischen Medizin (TCM) verwendet wird, allerdings auch bei uns immer bekannter wird und als Kochzutat und Heilpflanze zum Einsatz kommt, ist reich an Gingerol. Dieser Stoff ist für die Schärfe der Wurzel verantwortlich, aber auch für deren Heilwirkung: Es hemmt die Cyclooxigenase (COX), wodurch Entzündungsreaktionen erheblich reduziert werden können. Auch das im Ingwer enthaltene Shogaol wirkt entzündungshemmend, genauso wie einige weitere Inhaltsstoffe der Wurzel. Studien haben ergeben, dass folgende Erkrankungen durch den Verzehr von Ingwer behandelt werden können:   

  • Arthrose 
  • Rheuma 
  • Diabetes

3. Kurkuma aus dem Ayurveda bei Entzündungen

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Kurkuma ist ein fester Bestandteil der indischen bzw. ayurvedischen Küche und vor allem in der Ethnomedizin kein Unbekannter. Vor allem das enthaltene Curcumin, das für den charakteristischen gold-gelben Farbton verantwortlich ist, besitzt zahlreiche positive Eigenschaften: So vermag es zum Beispiel, bestimmte Entzündungsmediatoren und Zytokine zu hemmen, genauso wie Cyclooxigenasen (COX). COX sind  Enzyme, die an der Entstehung von Prostaglandinen beteiligt sind - und die wiederum rufen Entzündungen hervor. Auf folgende Entzündungen bzw. Erkrankungen kann die Einnahme von Kurkuma eine nachweislich positive, entzündungshemmende Wirkung haben: 

 

  • Arthritis
  • Alzheimer
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen 
  • Krebs (z. B. hemmend bei Magen-, Darm-, Haut- und Leberkrebs)

4. Brokkoli - der grüne Entzündungshemmer

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Brokkoli darf in der heimischen Küche kaum fehlen - dass er dabei äußerst gesund ist, wissen allerdings die wenigsten. Er ist reich an Kalium und Magnesium, aber vor allem auch an Antioxidantien. Diese fleißigen Radikalfänger verfügen über entzündungshemmende Eigenschaften, die sich besonders bei Krebserkrankungen und chronischen Entzündungen bewährt haben. Insbesondere das enthaltene Sulforaphan, ein sekundärer Pflanzenstoff des Brokkolis, hat in Studien zu verschiedenen Krebsarten überzeugt: Es kann den programmierten Zelltod einleiten und die DNA vor Schäden schützen.

 

Diese Erkrankungen können durch den Verzehr von Brokkoli positiv beeinflusst werden: 

  • Osteoporose
  • Arthritis
  • Krebserkrankungen (z. B. Brustkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Lungenkrebs, Leukämie)

5. Ananas hemmt natürlich Entzündungen

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Die Ananas ist nicht nur eine äußerst leckere Frucht, sie ist auch sehr gesund: Reich an dem nur in der Ananas vorkommenden Enzymgemisch Bromelain ist sie bei Schwellungen ein echter Geheimtipp. Bromelain spaltet Eiweiß - und bei eben diesen eiweißspaltenden Enzymen weiß man mittlerweile, dass sie abschwellend wirken sowie entzündungshemmend und durchblutungsfördernd. Aber Achtung: Das wunderbare Bromelain ist leider nur in geringen Mengen in der reifen Ananas vorhanden. Eine höhere Konzentration liegt indes in der unreifen Frucht und im Stamm vor - wenn man sich jedoch umfangreich mit dem Enzym versorgen möchte, sollte man auf Bromelain in Kapsel- oder Tablettenform zurückgreifen. Dann kann das Bromelain der Ananas bei folgenden Erkrankungen helfen:

  • Ödeme
  • Thrombose
  • Schwellungen und Entzündungen nach Operationen 
  • Pankreasinsuffizienz
  • Schwellungen und Entzündungen nach Verletzungen
  • Venenleiden

 

Natürliche Antbiotika - mit Obst und Gemüse gegen Entzündungen

Diese 5 Beispiele zeigen es wieder: Die Natur ist eine wahre Schatzkiste und oftmals eine wirklich gute, gesunde Alternative und/oder Begleitung zur Schulmedizin. Auch in der Ethnomedizin ist schon lange bekannt, dass gewisse Stoffe in natürlichen Heilmitteln entzündungshemmend, abschwellend und antioxidativ wirken. Warum nicht einfach mal ausprobieren? 

Ganz klar gilt: Es sollte bei schwerwiegenderen Fällen immer Rücksprache mit dem behandelnden Arzt oder Therapeuten gehalten werden. Und ansonsten ist gegen den Verzehr von Brokkoli, Heidelbeere, Ananas, Ingwer und Kurkuma in der Regel sowieso nichts einzuwenden! Lassen Sie es sich schmecken!

 

Weiterführende Literatur, die wir Ihnen empfehlen: 


Quellen: Die 5 besten natürlichen Antibiotika bei Entzündungen

Die hier genannten Wirkweisen wurden bereits wissenschaftlich belegt. Hier eine Auswahl an für dieses Thema herangezogenen Studien: 

 

* Biedermann, L. et al.: Bilberry ingestion improves disease activity in mild to moderate ulcerative colitis - An open pilot study. J Crohns Colitis. Aug 7, 2012

* Canter, P., H. Ernst, E.: Anthocyanosides of Vaccinium myrtillus (bilberry) for night vision--a systematic review of placebo-controlled trials. Surv Ophthalmol. 49(1):38-50, 2004

* Watzl B, Briviba K, Rechkemmer, G: Anthocyane. In: Ernährungs-Umschau 2002, (49); 148-150

*Abdullah Al-Nahain, Rownak Jahan, Mohammed Rahmatullah. Zingiber officinale: A Potential Plant against Rheumatoid Arthritis. 2014

*Naderi Z, Mozaffari-Khosravi H, Dehghan A, Nadjarzadeh A, Huseini HF. Effect of ginger powder supplementation on nitric oxide and C-reactive protein in elderly knee osteoarthritis patients: A 12-week double-blind randomized placebo-controlled clinical trial. 2015

* Sepide Mahluji, Alireza Ostadrahimi, Majid Mobasseri, Vahide Ebrahimzade Attari, Laleh Payahoo. Anti-Inflammatory Effects of Zingiber Officinale in Type 2 Diabetic Patients. 2013

*Jurenka, J. S., & Ascp, M. T. (2009). Anti-inflammatory properties of curcumin, a major constituent of Curcuma longa: a review of preclinical and clinical research. Alternative Medicine Review: A Journal of Clinical Therapeutic, 14(2), 141–53. Retrieved from http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19594223

*Funk, J. L., Oyarzo, J. N., Frye, J. B., Chen, G., Lantz, R. C., Jolad, S. D., … Timmermann, B. N. (2006). Turmeric extracts containing curcuminoids prevent experimental rheumatoid arthritis. Journal of Natural Products, 69(3), 351–355. http://doi.org/10.1021/np050327j

*Plummer, S. M., Holloway, K. a, Manson, M. M., Munks, R. J., Kaptein, a, Farrow, S., & Howells, L. (1999). Inhibition of cyclo-oxygenase 2 expression in colon cells by the chemopreventive agent curcumin involves inhibition of NF-kappaB activation via the NIK/IKK signalling complex. Oncogene, 18(44), 6013–6020. http://doi.org/10.1038/sj.onc.1202980

*Schaffer, M., Schaffer, P. M., Zidan, J., & Bar Sela, G. (2011). Curcuma as a functional food in the control of cancer and inflammation. Current Opinion in Clinical Nutrition and Metabolic Care, 14(6), 588–97. http://doi.org/10.1097/MCO.0b013e32834bfe94 

*Xu T et al., "Dual roles of sulforaphane in cancer treatment." Anticancer Agents Med Chem. 2012 Nov;12(9):1132-42

*Pawlik A et al., "Sulforaphane inhibits growth of phenotypically different breast cancer cells." Eur J Nutr. 2013 Feb 7

*Kallifatidis G et al., "Sulforaphane increases drug-mediated cytotoxicity toward cancer stem-like cells of pancreas and prostate." Mol Ther. 2011 Jan;19(1):188-95.

*University of East Anglia, September 15, 2010, Eating broccoli could guard against arthritis 

*Müller S, März R, Schmolz M et al.: Placebo-controlled randomized clinical trial on the immunomodulating activities of low- and high-dose bromelain after oral administration - new evidence on the antiinflammatory mode of action of bromelain. Phytother Res. 27(2):199-204; 2013

*Baumgart G: Handbuch Volksmedizin. Augsburg 1998

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Kommentare: 1
  • #1

    Annegret (Montag, 26 März 2018 14:51)

    Hallo,

    das ist ja spannend! Ich kämpfe schon seit Jahren mit Mandelentzündungen und habe schon vieles (vor allem Antibiotika) ausprobiert. Dass die Natur solche wirksame Heilmittel parat hält, ist super interessant - in dieses Thema werde ich mich sicherlich tiefer einarbeiten und einige der Heilmittel ausprobieren!

    Viele Grüße
    Annegret K.