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Ginseng - die Wurzel gegen Stress und Müdigkeit

Der Ginseng ist eine besonders beliebte Pflanze in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und gilt als Tonikum, doch auch bei uns erlebt er etwa seit dem 20. Jahrhundert einen deutlichen Zuwachs an Bekanntheit. Die Wurzel gilt als Allheilmittel - als Trockenextrakt oder Tee eingenommen soll er seine vielfältige Wirkung entfalten. Ginseng heißt im Chinesischen "Jen Shen", was übersetzt so etwas wie "Menschenwurzel" bedeutet. Kein Wunder, erinnert die Wurzel der Heilpflanze mit ein wenig Fantasie doch an die Körperform eines Menschen. 

Über den Ginseng (lat. Panax ginseng)

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Der Ginseng ist eine mehrjährige Pflanze, die auch unter den Namen Asiatischer Ginseng und Koreanischer Ginseng bekannt ist. Zu Heilzwecken wird vor allem die Wurzel verwendet - in der traditionellen chinesischen und der koreanischen Medizin bereits seit mehreren Jahrtausenden. Die wichtigsten Fakten zu Ginseng im Überblick:

  • Ordnung: Doldenblütlergewächse
  • Anbau/Kultivierung: weltweit
  • Herkunft: Sibirien, nordöstliches China, nordöstliches Korea
  • Vorkommen: Gebirgs- und Waldregionen
  • Wuchshöhe: 30 bis 60 cm

Inhaltsstoffe der Ginseng-Wurzel

Vergleichsweise wenig Inhaltsstoffe sind es, die die Heilwirkung des Ginseng ausmachen. Doch diese haben es in sich!

  • Ginsenoside sind der Hauptinhaltsstoff des Ginseng und sie kommen auch wirklich nur in ihm vor. Dabei handelt es sich um seifenartige Stoffe (Saponine), die eine ausgleichende Wirkung auf Körper und Seele haben sollen.
  • Knapp 30 verschiedene Ginsenoside wurden bereits entdeckt.  
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Ginseng-Tee

Wirkung des Ginseng (Ginseng-Wurzel)

Nicht ohne Grund ist der Ginseng beziehungsweise seine Wurzel eines der beliebtesten Mittel überhaupt in der TCM. Mehrere positive Eigenschaften und Wirkweisen werden ihm zugesprochen, weshalb er sich auch bei uns wachsender Beliebtheit erfreut. Vor allem gilt der Ginseng als Adaptogen, das heißt, dass er die Anpassung von Körper und Seele an Reize verbessert und so eine harmonisierende Wirkung besitzt. 

Ginseng zur Stärkung des Immunsystems

Studien ergaben, dass Ginseng die Abwehrfunktion des Immunsystems aktiviert und zugleich Entzündungsprozesse hemmen kann. Wirksam zeigte sich die Heilpflanze zum Beispiel bei Influenza-A-Viren. Auch die Vermehrung von Grippeviren innerhalb der Zellen konnte der Ginseng laut verschiedener Versuche hemmen. Dies macht die Ginseng-Wurzel nicht nur zu einem interessanten Mittel bei bestehenden Grippeinfektionen, sondern auch zu einem möglichen Prohpylaxe-Mittel. 

 

Ginseng bei Stress und Ermüdung

In der Tat ergaben Studien, dass Ginseng sowohl die Stressresistenz als auch die Konzentrationsfähigkeit verbessern kann. Interessant ist, dass Ginseng-Wurzel müde macht und beruhigt, ohne jedoch dabei zu dämpfen. Gleichzeitig besitzt er eine aktivierende Wirkung, ohne nervös zu machen. All diese Wirkweisen wurden in Studien belegt und werden auf die enthaltenen Gingerole zurückgeführt. 

Ginseng-Wurzel bei Krebserkrankungen

Auch bei verschiedenen Krebserkrankungen konnte der Ginseng-Wurzel bereits eine positive Wirkung nachgewiesen werden. So kann Ginseng Laborstudien zufolge die Immunzellen aktivieren und sogar das Wachstum von Tumorzellen verhindern. Daraus ergibt sich ein Absterben der Tumorzellen - bewiesen wurde diese Wirkung beispielsweise bei Magenkrebs. 

Zudem besitzt Ginseng eine präventive Wirkung gegen Krebs: Eine Studie beispielsweise konnte zeigen, dass sich durch die Einnahme der Heilpflanze nicht nur bestehende Lungentumore reduzierten, sondern sich auch das Auftreten von Lungentumoren allgemein verringerte.

 

Aber: Da Ginseng eine östrogenähnliche Wirkung besitzt, sollte er nicht zur begleitenden Behandlung bei Brustkrebspatientinnen oder anderen hormonabhängigen Tumoren eingesetzt werden. 

 

Wann sollte Ginseng angewendet werden?

Ginseng besitzt vielfältige Wirkweisen, die sich zur Behandlung folgender Indikationen eignen: 

  • Erschöpfungszustände
  • Müdigkeit
  • Stress
  • Krebserkrankugen (Rücksprache mit dem behandelnden Arzt dringend empfohlen)
  • Immunschwäche
  • Leistungsschwäche
  • Konzentrationsschwäche

Einnahmemöglichkeiten von Ginseng

Ginseng kann sowohl frisch (als Tee) eingenommen werden als auch als Fertigpräparat. 

  • Kapsel: Ein fertiges Präparat aus verschiedenen kraftvollen Wurzeln gibt es hier. Mehrere Wurzeln bilden einen Komplex für mehr Leistungsfähigkeit und Standhaftigkeit - unter anderem sind noch Tragant, Angelikawurzel und Maca enthalten. 
  • Tee: Auch als Tee zubereitet kann Ginseng seine Wirkung entfalten. Dazu einfach 3 g der fein geschnittenen Wurzeln mit kochendem Wasser übergießen und ca. 8 Minuten ziehen lassen. Ginseng-Tee gibt es allerdings auch schon fertig zu kaufen. 

Quellen

  • In vitro effects of echinacea and ginseng on natural killer and antibody-dependent cell cytotoxicity in healthy subjects and chronic fatigue syndrome or acquired immunodeficiency syndrome patients - Darryl M. See, Nikki Broumand, Lisa Sahl, Jeremiah G. Tilles – Immunopharmacology - Volume 35, Issue 3, January 1997, Pages 229-235
  • Experimental and epidemiological evidence of the cancer-preventive effects of Panax ginseng C.A. Meyer - Taik-Koo Yun. Nutrition Reviews54.11 (Nov 1996): S71
  • Anti-stress Effects of Ginkgo biloba and Panax ginseng: a Comparative Study - Deepak Rai, Gitika Bhatia, Tuhinadri Sen, Gautam Palit - Journal of Pharmacological Sciences - Vol. 93 (2003) No. 4 P 458-464 - Released 2004/01/22 - http://doi.org/10.1254/jphs.93.458
  • Antistress and antifatigue properties of Panax ginseng: comparison with piracetam. - Banerjee U, Izquierdo JA - Acta Physiologica Latino Americana [1982, 32(4):277-285] - (PMID:6892267)
  • Effects of Standarized Ginseng Extract on Learning, Memory and Physical Capabilites - V.D. Petkov and A.H. Mosharrof, Am. J. Chin. Med. 15, 19 (1987). DOI: http://dx.doi.org/10.1142/S0192415X87000047
  • Dose dependent changes in cognitive performance and mood following acute administration of Ginseng to healthy young volunteers - Kennedy DO, Scholey AB, Wesnes KA - PMID: 11842896 - Nutr Neurosci. 2001;4(4):295-310

 

 

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